1410

15. Juli: Schlacht von Tannenberg
In einer der größten Schlachten des Mittelalters muss sich der Deutsche Orden einem vereinten Heer von Polen und Litauern geschlagen geben. Dies bedeutet für den Orden eine Katastrophe und den Verlust seiner politischen Vormacht im Ostseeraum. Die Festung Marienburg kann bis auf weiteres gegen die Angreifer verteidigt werden.


Bild: Marienburg in Polen (®Wolff Ost-Reisen)

20. September: Sigismund wir König
Nach dem Tod von König Ruprecht von der Pfalz wird Sigismund von Ungarn zum deutschen König gewählt. Sein Bruder Wenzel ist König von Böhmen.

1412

22. November: Cäcilienflut
Eine Sturmflut an der Nordsee verwüstet weite Teile der Elbmündung. Nach einigen Quellen verlieren ungefähr 30.000 Menschen das Leben. Die Flut veränderte den gesamten Küstenverlauf und einige Dörfer wurden verlegt.

1414

5. November: Konzil von Konstanz beginnt
Auf Drängen von König Sigismund ist in Konstanz am Bodensee ein Konzil zusammengetreten. Die Aufgaben des Konzils sind: Beseitigung der Kirchenspaltung (seit 1378 gibt es zeitweise drei konkurrierende Päpste gleichzeitig), eine Kirchenreform und Beschlüsse gegen die Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus.

28. November: Jan Hus verhaftet
Jan Hus war Anfang November auf dem Konstanzer Konzil erschienen, um seine Thesen zu verteidigen. König Sigismund hatte dem böhmischen Reformator freies Geleit zugesichert. Gegen den (halbherzigen) Protest von Sigismund wird Hus am 28. November 1414 verhaftet, verhört und zur Widerlegung seiner Schriften aufgefordert. Hus verteidigt sich genial und besteht auf der Rechtgläubigkeit und der Richtigkeit seiner Thesen und lehnt jeglichen Widerruf ab.


Bild: Von Jan Hus gibt es keine beglaubigten Bilder aus der Zeit. Hier ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert (® Public Domain)

1415

6. Juli: Urteil gegen Jan Hus
Auf dem Konzil in Konstanz wird im Prozess gegen den böhmischen Reformator das Urteil verkündet: Tod auf dem Scheiterhaufen. Das Urteil wird sofort vollstreckt. Die Asche von Jan Hus wird im Rhein verstreut.

25. Oktober: Schlacht von Azincourt
Die englischen Truppen unter König Heinrich V. besiegt die französischen Truppen bei Azincourt. (Hundertjähriger Krieg (1337-1453))
Nach mehr als 14 Tagen ununterbrochenem Marsch seit der Landung in Harflour konnte Heinrich seinen Truppen keine weiteren Anstrengungen mehr zumuten. Bei Azincourt stellt sich Heinrich den verfolgenden Franzosen zur Schlacht. Die Engländer mischen die abgesessenen Ritter unter die Reihen der Langbogenschützen und erwarten den Angriff der Franzosen gut plaziert zwischen zwei Wäldern. Den englischen Bogenschützen gelingt es, die Angriffe der gegnerischen Reiterei weit vor den eigenen Reihen zu verschlagen. Der Rückhalt, den die Schützen aus dem Verbund mit den abgesessenen Rittern ziehen, verleiht ihnen die Ruhe, Pfeil auf Pfeil abzufeuern. Nach einigen Quellen sterben so in den ersten beiden Stunden der Schlacht mehr als 5000 französische Ritter, darunter zahlreiche hohe Adelige, auf dem Schlachtfeld.


Bild: zeitgenössisches Gemälde der Schlacht von Azincourt (® Public Domain)


1416

30. April: Hieronymus von Prag hingerichtet
Auch der Priester Hieronymus von Prag wird auf dem Konzil in Konstanz verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

1417

01. August: Heinrich V. landet in Frankreich
Der englische König Heinrich V. landet mit Truppen in der Normandie. Er beginnt einen Krieg in Frankreich, um seinen Anspruch auf die französische Krone durchzusetzen. (Hundertjähriger Krieg (1337-1453))

Konzil von Konstanz
In Konstanz tagt weiter das Konzil und fasst folgende Beschlüsse:
- Die Lehren von Jan Hus werden als Ketzerei verurteilt.
- Der Gegenpapst Benedikt XIII. wird abgesetzt und exkommuniziert (26.07.1417)
- Oddo di Colonna wird zum neuen Papst Martin V. gewählt (11.11.1417)

1418

22. April: Konzil von Konstanz endet

1419

19. Januar: Engländer nehmen Rouen ein
Englische Truppen erobern Rouen. Die Normandie wird der englischen Krone unterstellt.  (Hundertjähriger Krieg (1337-1453))

30. Juli: Erster Prager Fenstersturz
Anhänger des hingerichteten Reformators Jan Hus stürmen das Neustädter Rathaus in Prag und stürzen zwei katholische Räte aus dem Fenster. Ursache waren die Schließung von drei hussitischen Kirchen in Prag und das Predigverbot für hussitische Priester. Die Mehrzahl der Hussiten stammen aus der tschechischen Bevölkerung - damit bekommt der Konflikt eine nationale Komponente. Das Königreich Böhmen wird größtenteils von deutschstämmigen Adeligen beherrscht. Mit den Unruhen in Prag beginnen die kriegerischen Auseinandersetzungen. (Hussitenkriege (1419-1436))

16. August: Sigismund wird König von Böhmen
Nach dem Tod seines Bruders Wenzel wird Sigismund König von Böhmen. Für die hussitische Bevölkerung ist Sigismund allerdings der Wortbrecher und Mörder von Jan Hus und wird nicht anerkannt.

nachfolgende Chronik (1420-1429)