Böcklerkrieg 1468/1469
1. Hintergründe
2. Ablauf der Ereignisse
3. Auswirkungen
4. Quellen und Literatur

1. Hintergründe
Während eines Turniers in Regensburg schließen sich 41 Ritter aus dem Bayerischen Wald im August 1466 zur "Gesellschaft des Eingehörns" zusammen. Bedeutende Mitglieder waren u. a.: Hans von Degenberg, Hans von Nußberg und Sebastian Pflug von Rabenstein.
Christoph der Starke war in Straubing trotzt einiger Gegenstimmen in den Böcklerbund aufgenommen worden. Sein alleinherrschender Bruder Albrecht IV. von Bayern-München fürchtete ein Bündnis gegen sich und beschwerte sich bei Kaiser Friedrich III. und den Herzögen von Bayern-Straubing. Auf dem Reichstag in Regensburg (28.10.1467) erklärte der Kaiser den Bund für aufgelöst. Die Bundesurkunde wurde feierlich zerschnitten, die Siegel den jeweiligen Unterzeichnern zurückgesandt.


2. Ablauf der Ereignisse
WeissensteinZahlreiche Ritter aus dem Bayerischen Wald hatten die Auflösung des Böcklerbundes nicht anerkannt. Ihr Anführer Hans von Degenberg führte eine Fehde mit Georg dem Donnersteiner. Der Donnersteiner eroberte die Stammburg des Degenbergers.
Um den Landfrieden wieder herzustellen rückt ein herzogliches Heer vor die Burg Degenberg. Nach der Übergabe wurde die Burg vollständig geschleift. Der Degenberger und seine Verbündeten stifteten jedoch weiter Unruhe. Dies rief Herzog Albrecht IV. selbst auf den Plan und im November zog er mit seinen Truppen, welche über starke Artillerie verfügte, in den Bayerischen Wald. Die Burgen waren dem Beschuss nicht gewachsen und so wurden nach und nach alle erobert: Falkenfels, Linden, Kollnburg, Weißenstein (05.12.1468), Saldenburg, Alt- und Neunußberg und Haidstein. Auch das Kloster Rinchnach und Zwiesel wurden niedergebrannt. Im Januar 1469 war das gesamte Gebiet erobert.

Foto: Burgruine Weißenstein bei Regen (
© Burgfreunde Weißenstein)

3. Auswirkungen
Hans von Degenberg musste der Fehde abschwören und durfte seine Stammburg nicht mehr aufbauen.
Weitere Teilnehmer an der Erhebung waren durch die Kriegskosten hoch verschuldet und mussten ihre Burgen verpfänden oder an Herzog Albrecht verkaufen.
Eine Befriedung der Region wurde langfristig nicht erreicht. Die Ritterschaft schloss sich 1489 zum "Löwlerbund" zusammen. (-> Löwlerkrieg)

Die Burgfestspiele in Neunußberg und das Mittelalterfest in Weißenstein haben den Böcklerkrieg als historischen Hintergrund.


4. Quellen und Literaturhinweise
Adalbert Müller: Der Bayrische Wald

Michael Grundl

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